Definition von Bildung
Der Begriff Bildung ist eine Bezeichnung für die Formung des Menschen im Bezug auf sein „Menschsein“ und seine geistigen Fähigkeiten. Er bezieht sich auf den Prozess („sich bilden“) und den Zustand („gebildet sein“). Allgemein ist Bildung ein „lebensbegleitender Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem er seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen erweitert.“ Dies hat ein reflektiertes Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt zur Folge. Der Bildungsbegriff weißt eine gewisse moderne Dynamik und Ganzheit auf und wird im Alltag häufig mit den Begriffen "Sozialisation", „Belehrung“ und „Wissensvermittlung“ verbunden.
Autor: ER
Historische Entwicklung
1) Theologie, gebildet durch Gott/keine menschliche Aufgabe
2) Erster Bildungsschub = Renaissance; . „Der Mensch wird nicht geboren, sondern erzogen“
( Erasmus von Rotterdam)
3) 30 Jähriger Krieg; Zerstörung; Theologe Amos Comenius = friedliche Ordnung der Welt; Menschen sollten von Geburt an menschliches Verhalten Lernen; . Hier tritt der Begriff „Bildung“ in die Pädagogik ein. Der Mensch sollte aus seiner ursprünglichen Rohheit herausgebildet werden
4) Klassik; Individualität; Idealbild theologische Grundidee schwindet; Im deutschen Idealismus wird Bildung als Bildung des Geistes angesehen.; Humoldt = Allgemeinbildung ist das Wichtigste; Der Mensch bildet sich um seine Individualität zu erreichen.
5) Anfang 1900 beginnt die Bürokratisierung. Bildung wird zum Statussymbol. Ein messbares Gut, welches Nutzen und Gewinn bringen sollte
6) Im deutschen Kaiserreich werden dann die humboldtschen Bildungsinhalte zu modernen Lehrinhalten umgeformt
7) Fazit:
1) religiöse Bedeutung
2) Persönlichkeitsentwicklung
3) Bildung als Ware
Autor:MR
Vom Lernen über Erziehung zur Bildung und Qualifikation
Die Grundlage für Erziehung und Bildung ist die Fähigkeit lernen zu können. Durch den Erziehungsprozess lernen Kinder Regeln, Normen und Verhalten, sowie selbständiges Denken und Handeln, das heißt der Weg zum Selbstverstehen führt über das Begreifen und Aneignen der umgebenden Welt.Während die Erziehung jedoch eher äußere Steuerungsimpulse der Persönlichkeitsentwicklung meint, bezieht sich Bildung wesentlich auf Prozesse und Ergebnisse der individuellen Verarbeitung und Aneignung.
Durch die allgemeine Schulpflicht ist auch die Bildung zur Pflicht geworden. Aber nicht nur durch diese, sondern auch durch den Druck der Gesellschaft möglichst viel zu wissen um weit zu kommen, sind die Menschen bereit immer mehr Informationen aufzunehmen. Doch Wissen und Lernen alleine ergeben noch keine Bildung. Das wichtige ist die Kraft und die Eigentümlichkeit, mit der man sich sein Wissen angeeignet hat und wie man es anwenden kann. So sind Schulabschlüsse, die hauptsächlich Lernleistungen prämieren, nur bedingt als Bildungsnachweise tauglich.
Eine Gute Symbolik für die Grundaspekte der Bildung ist das sogenannte 'Bildungsdreieck der Elementarkompetenzen'. Es besteht aus drei gleichen Seiten, die für Wissen, Denken und Kommunikationsfähigkeit stehen. Bildlich kann man sich nun vorstellen, dass wenn eine Seite des Dreiecks verkürzt ist, es zu einem Ungleichgewicht in den elementaren Aspekten der Bildung kommt und so auch weitere Aspekte, wie moralisches Denken und Handeln, Kreativität, künstlerische Fähigkeiten etc. beeinflusst sind.
Ein weitere Begriff, den man häufig in Bezug auf Bildung findet, ist Qualifikation. Hier muss jedoch unterschieden werden: Während Bildung sich mehr auf die Allgemeinbildung bezieht und es sich hier u.a. um die Entwicklung der Persönlichkeit, die Befähigung autonomem Handelns und geistige Fähigkeiten dreht, geht es in der der Qualifikation, die auch als berufliche Bildung bezeichnet wird, um technisch-funktionale, instrumentelle Fähigkeiten, sowie Kenntnisse und praktische Fähigkeiten.
Autor: JS
Heutige Ausprägung der Bildung
Bildung in der frühen Kindheit
Die Bildung von Kindern in den ersten Lebensjahren gewinnt zunehmend an Bedeutung. Spätestens mit der Geburt beginnt die Bildung. (Früher so genanntes "dummes erstes Jahr") In diesen ersten Jahren werden wichtige Voraussetzungen für spätere Bildungsprozesse gelegt.
Soziale Ungleichheit
Im Allgemeinen bedingen der soziale Status der Eltern und die formale Bildung der Kinder einander. Folglich sind niedrige Bildungsabschlüsse vor allem in den unteren Bevölkerungsschichten anzutreffen. Somit ist sozialer Aufstieg durch Erwerb von Bildung möglich.
Mit Bildung und dem Ausbau des Bildungssystems wuchs die Hoffnung auf Chancengleichheit, doch zeigten bereits in den 1960er Jahren französische Soziologen, dass dies eine Illusion ist.
Dabei gibt es nationale Unterschiede. Im internationalen Vergleich wird in Deutschland der Bildungserfolg in besonders hohem Maße durch die soziale Herkunft bestimmt. Von Bildungsbenachteiligung betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien.
Außerdem besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Land- und Stadtkindern.
Bildungsziele
Die folgenden genannten Ziele sind kein verbindliches Bildungsideal, sondern lediglich ein elementarer Richtungsweiser.
Sie stehen in einer gewissen Spannung zur vorherrschenden Funktion des Bildungs- und Ausbildungssystems, auf die Berufstätigkeit vorzubereiten, in der oft ganz andere Fähigkeiten und Einstellungen verlangt werden.
Im Vordergrund stehen auch die freie Entfaltung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit der Menschen untereinander und gleiches Recht für alle.
- "Aufgeschlossenheit für die Sphären des Wahren, Guten und Schönen
- Anteilnahme am kulturellen Leben, an Kunst und Musik;
- Kreativität und Selbstbeherrschung;
- selbstbestimmtes Handeln, Urteils- und Kritikfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft, politische Kompetenz;
- Kompromiss- und Friedensfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, Ehrfurcht vor allem Lebendigen, dessen Teil wir sind.
- mannigfache Fähigkeiten der Lebens- und Alltagsbewältigung einschließlich praktischen und für das Arbeitsleben qualifizierenden Könnens sowie der Beherrschung elementarer Kulturtechniken;
- Gesundheitsbewusstsein und entsprechende Körperpflege, Sportlichkeit.
Autor: ES
Quellen
- http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung
- www.isf-muenchen.de/.../kompetenzentwicklung041202.ppt
- http://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=PCT3jnBTsnAC&oi=fnd&pg=PA33&dq=Bildungsbegriff&ots=w0EoG0ZEmh&sig=caWAWwlNblxF7OCDnMds_EUtoSw#v=onepage&q=Bildungsbegriff&f=false